Martina-Marie Liertz: Januarrot

  • Verlag: Ulrike Helmer Verlag (2018)
  • 118 Seiten

Klappentext: „Deborah Gronwald hat zwei Leidenschaften: Schuhe und Frauen. Eines Tages erliegt sie der Verlockung, sich an die roten Absätze einer Passantin zu heften. Auf diese Weise macht sie die Bekanntschaft von Louise – und ist sofort fasziniert. Allerdings stolpert sie damit auch mitten in einen Mordfall …
Entschlossen geht Deborah den Fährten nach, die sie durch die Berliner Frauenszene kurz nach der Wende
und in ungeahnte Abgründe führen.“

„Januarrot“ ist ein lesbischer Krimi, der kurz nach der Wende spielt. Das erste, was auffällt ist, dass Deborah, die Protagonistin, eine wunderbare Beobachtungsgabe hat und es dadurch unglaublich viel Spaß macht, ihr zu folgen. Der Schreibstil ist dementsprechend angenehm, es ist wirklich selten, dass ein Autor/eine Autorin es schafft, in einem so kurzen Buch so schön und detailreich zu beschreiben. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, die Atmosphäre ist mehr als gelungen.

Die Autorin kann sehr gut mit Sprache umgehen, benutzt gekonnt Ironie und sprachlichen Witz und bleibt dabei immer auf einem hohen Niveau. Die Geschichte hat eine gute Struktur, wirkt schlüssig und gut durchdacht. Zum Miträtseln ist dieser Krimi eher nicht geeignet, da es wenig Tatverdächtige gab, aber das wird durch sprachliche Schönheit, eine gute Liebesgeschichte und interessante Charaktere locker ausgeglichen.

Fazit: Wenig Seiten und doch so viel Inhalt – besser kann man ein Buch nicht schreiben.

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