Gilbert R. Pawel: Der Preis der Freiheit

  • Verlag: Himmelsstürmer (2018)
  • 120 Seiten

Klappentext: „Der 17-jährige Jonas lebt mit seinem älteren Bruder Alexander und dessen Freundin Lisa im ärmlichen Viertel einer Großstadt. Ihr größter Traum ist es, ihr klägliches Leben hinter sich zu lassen und an einem besseren Ort einen Neuanfang zu wagen. Am meisten leiden sie dabei neben ihrer alkoholkranken Mutter unter dem Kleinkriminellen Mike, der als Schwulenhasser und Anführer einer Jugendbande bekannt ist.
Durch Zufall entdeckt Jonas Mikes homosexuelle Neigungen und beginnt eine Affäre mit ihm, aus der sich schnell starke Gefühle für den verhassten jungen Mann entwickeln. Obwohl Mike ihn bei jeder Gelegenheit zu einem Liebesabenteuer bestellt, zeigt er sich Jonas gegenüber verschlossen: Er beharrt darauf, nicht schwul zu sein, weigert sich, ihn zu küssen, und lässt keinerlei Emotion zu.
Trotz der Warnungen seines Bruders steigert Jonas sich immer weiter in seine Gefühle hinein. Um ihm näher zu kommen, begibt er sich sogar auf die kriminellen Pfade seines Freundes. Und als die beiden von Mikes gewalttätigem Vater beim Sex erwischt werden, greift Jonas zur Waffe…“

Jonas, der aus schlechten Verhältnissen kommt, verliebt sich in Mike, den Anführer einer Straßengang. Mike möchte sich seine Homosexualität nicht eingestehen, dennoch lässt er sich auf eine Affäre mit Jonas ein. Soweit, so gut. Die schlechten Verhältnisse und das Milieu werden im Prinzip auch gut dargestellt. Die Sprache der Protagonisten ist gewöhnungsbedürftig, spiegelt die Verhältnisse aber gut wieder. Was mich gestört hat, ist die Leblosigkeit der Welt, in der Mike und Jonas leben. Beim Lesen bekommt man immer wieder das Gefühl, dass in der nicht näher benannten Stadt (über die ich auch gerne mehr erfahren hätte!) nur Jonas, seine Mutter, sein Bruder samt Freundin und Mikes Gang wohnen würden. Hier hätte ein wenig mehr Ausführlichkeit nicht geschadet.

Was Jonas‘ Gefühle angeht, so konnte ich sie leider nicht immer nachvollziehen. Was sieht Jonas in Mike? Warum verliebt er sich plötzlich in ihn, obwohl er vorher ständig von ihm drangsaliert wurde? Auch die Gedanken und Entscheidungen der anderen konnte ich manchmal nicht nachvollziehen, ab und an wurde die Handlung auch unrealistisch. Viele Entwicklungen gingen mir viel zu schnell. Das könnte daran liegen, dass hier nicht in die Tiefe gegangen wurde. Mir hätte es besser gefallen, wenn das Buch 200 Seiten mehr gehabt hätte, und dafür ein wenig mehr Leben und Tiefe in das Buch gekommen wären. Das ist eigentlich ziemlich schade, denn die Dynamik zwischen Jonas und Mike ist sehr interessant und hätte sehr viel mehr Potential gehabt, als in der Geschichte ausgeschöpft wurde.

Positiv anmerken möchte ich, dass die Geschichte dennoch ihre guten und emotionalen Momente hatte, die schön beschrieben waren und die ich gerne gelesen habe. Ab und an hat die Geschichte mich auch zum Lachen gebracht, am Ende war ich sogar ein wenig berührt.

Fazit: Gutes Grundgerüst, am Ende hat das Buch mich aber leider nicht überzeugen können. Das Potential, dass dieses Pärchen bietet, wurde meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft.

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