Donna W. Cross: Die Päpstin

  • Verlag: Aufbau (2009)
  • Übersetzung: Wolfgang Neuhaus
  • 543 Seiten

Klappentext: „Im bitterkalten Winter des Jahres 814 bringt die heidnische Frau des Dorfpriesters ein Mädchen zur Welt: Johanna. Sie wächst in einer Welt düsteren Aberglaubens auf, gegen den ihr Vater grausam zu Felde zieht; er läßt sogar die Hebamme des Ortes als Hexe verfolgen. Ein Mensch erkennt bei Johanna besondere Gaben: Aeskulapius, der Pädagoge aus dem fernen Byzanz, weist sie als einziges Mädchen in die Lehren der Philosophie und Logik ein. Doch beinahe wird Johanna ihr Wissensdurst zum Verhängnis. Nur der Ritter Gerold, ihr Freund und späterer Liebhaber, vermag sie vor dem grausamen Magister Odo zu bewahren. Nach einem verheerenden Feldzug der Normannen weiß sie endgültig: Frauen wie sie überleben in dieser Welt nicht. So geht sie als Mönch verkleidet ins Kloster Fulda. Als Medicus betritt sie Jahre später Rom, die Stadt des Papstes – wo die Wechselfälle des Schicksals sie schließlich selbst auf den heiligen Stuhl bringen.“

Gab es unter den Reihen der Päpste auch eine Frau, die dieses Amt besetzte? Zumindest in dem historischen Roman „Die Päpstin“ wird die spätere Päpstin Johanna zum Leben erweckt. Johannas Werdegang von ihrer Kindheit bis zu ihrem Amt als Papst wird eindrücklich beschrieben.

Der Leser wird in eine mittelalterliche Welt entführt, in der Frauen es sehr schwer haben. Man kann regelrecht mitfühlen, wenn Johanna Steine in den Weg gelegt werden, nur weil sie eine Frau ist. Auch der Schreibstil trägt in hohem Maße dazu bei, die Spannung zu halten, Atmosphäre zu erschaffen und das Mittelalter vor dem inneren Auge lebendig zu werden. Die Amtszeit an sich nimmt recht wenig Raum ein, vielmehr wird sich auf Johannas Weg dorthin konzentriert. Ab und an wird Johanna ein wenig zu perfekt dargestellt, fast als wäre sie fehlerlos, dennoch kam der Charakter an sich gut rüber, war sympathisch und eine Person, mit der man sich identifizieren kann.

Die Frage, die sich am Ende stellt: Gab es eine Päpstin Johanna? Die Autorin zeigt sich in ihrem Nachwort überzeugt davon, auch wenn die moderne Geschichtswissenschaft ihr diesbezüglich widerspricht. Als Leser denke ich: spielt das letztendlich wirklich eine Rolle? Der Gedanke, es habe mal einen weiblichen Papst gegeben, gefällt mir, aber auch, wenn diese Geschichte historisch nicht korrekt ist, so ist der Roman dennoch unterhaltsam, gut erzählt und ermutigend. Eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, die nicht aufgibt – so oder so eine lesenswerte Geschichte.

Fazit: Für Liebhaber historischer Romane definitiv ein Muss. Ob es die Päpstin nun gab oder nicht, die Geschichte ist auf jeden Fall spannend erzählt und absolut lesenswert.

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