Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

  • Verlag: Goldmann (2008)
  • 288 Seiten

Klappentext: „Ein falsch getippter Buchstabe und schon landet die E-Mail von Emmi Rothner irrtümlich bei dem Linguisten Leo Leike. Leo antwortet trotzdem. Ein lustiger Austausch nimmt seinen Lauf, der immer persönlicher wird. Gerade weil sich die beiden nicht kennen und daher keinen Gesichtsverlust befürchten müssen, vertrauen sie aneinander die intimsten Dinge an. Doch mehr als eine digitale Freundschaft wollen sie zunächst nicht. Aber was ist mit den Schmetterlingen im Bauch, die von jedem »Pling« im Mail-Postfach aufgescheucht werden? Und das obwohl Emmi mit Bernhard verheiratet ist, und Leo immer noch an seiner Ex-Freundin Marlene hängt …“

Emmi Rothner möchte nur ihr Abonnement der Zeitschrift „Like“ kündigen – und landet versehentlich bei Leo Leike. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang.

Anfangs war ich ein wenig skeptisch, ob ein E-Mail-Roman so funktionieren kann, ohne billig oder anspruchslos zu werden. Die Geschichte von Leo und Emmi ist aber tatsächlich eine meiner Lieblingsromane geworden.

Sprachlich ist das Buch wunderschön und ausgefeilt. Man hat nur die E-Mails und die Informationen, die in den E-Mails stecken, dennoch bekommt man ein tiefes und intensives Bild der Personen, man merkt, wie sie sich annähern und sich ineinander verlieben und das alles nur durch Sprache. Die Sprache steht im Vordergrund und immer wieder zeigt sich, wie viel durch Sprache transportiert werden kann. Das macht diesen Roman für mich so faszinierend und einzigartig. Die Distanz, die durch die rein schriftliche Korrespondenz geschaffen wird, wird zunehmend überbrückt, die Entwicklung der Geschichte passiert dementsprechend relativ langsam und gemächlich, realistisch und eindrucksvoll. Gleichzeitig wird eine Menge Sprachwitz und Humor in die Geschichte eingebracht.

Das Buch ist schnell gelesen, auch, wenn es nicht anspruchslos ist. Aber genau wie Emmi und Leo die Mail des jeweils anderen nicht abwarten können, ist man auch als Leser in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es in einem Zug gelesen – und das mehr als einmal. Das Buch hat keine Längen, immer wieder bekommt man auch von dem Privatleben der Protagonisten etwas mit und ist doch inmitten der Abgeschiedenheit der E-Mail-Korrespondenz. Das alles macht den Roman für mich zu etwas ganz Besonderem und bringt mich dazu, ihn immer mal wieder zur Hand zu nehmen und vollständig oder in Auszügen wieder zu lesen.

Das Ende ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, allerdings bin ich auch froh darüber, dass es einen zweiten Band gibt und die Geschichte von Emmi und Leo an dieser Stelle noch nicht beendet ist. „Gut gegen Nordwind“ ist mein erstes Buch von Daniel Glattauer, aber bei weitem nicht mein letztes.

Fazit: Wunderschöner Liebesroman, sprachgewandt und humorvoll.

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