Stefan Bollmann: Frauen und Bücher

  • Verlag: btb (2015)
  • 448 Seiten

Klappentext: „Lösen Bücher Revolutionen aus? Es beginnt vor 300 Jahren. Die Lesewut erfasst die Frauen. Die Männer witzeln, dann wittern sie Unheil. Lösen Bücher Revolutionen aus? Jane Austen erklärt die Romanleserin für unabhängig, Madame Bovary verschlingt Trivialliteratur und begeht Ehebruch. Virginia Woolf druckt ihre Bücher selbst, Marilyn Monroe liest Joyce und lässt sich dabei fotografieren. Und heute stürmt die Leserin die Machtzentralen der Literatur: Fanfiction geht um die Welt. Temperamentvoll und mit einem Sinn für ungewöhnliche Liebes- und Lebensgeschichten erzählt Stefan Bollmann die Geschichte des weiblichen Lesens.“

Stefan Bollmann hat sein Buch ganz der gemeinsamen Geschichte von Frauen und Literatur gewidmet. Von den Anfängen bis hin zur modernen Fanfiktion ist alles Wichtige abgedeckt, man bekommt einen Einblick in die einzelnen Epochen und in die Leben von einigen ausgewählten lesenden Frauen. Das Buch ist sehr informativ, interessant geschrieben und enthielt wirklich viele Informationen, die ich nicht kannte aber glücklicherweise durch das Buch erfahren habe.

Jane Austen, Mary Shelley, Marylin Monroe – Frauen und Bücher sind über die Jahrhunderte hinweg immer wieder zu einer unzertrennlichen Einheit geworden. Auch moderne Literatur wie „Shades of Grey“ von E.L. James (man mag von dem Buch halten, was man möchte) und die ebenfalls weiblich dominierte Welt der Fanfiktion (aus der E.L. James strenggenommen auch stammt) werden unter dem interessanten Blickwinkel der Weiblichkeit in der Literatur beleuchtet. Lesen, schreiben, kritisch betrachten – alles Sachen, die keineswegs Männern vorbehalten waren. Der Stellenwert der Literatur in der weiblichen Welt und wie das Lesen sich verändert hat wurde gut herausgearbeitet. Die vielen Informationen waren so verpackt, dass man das Buch trotzdem wie eine Geschichte lesen konnte, keinesfalls trocken oder langweilig. Tatsächlich werden die Personen und Zeiten so gut geschildert, dass man ein gutes Bild davon bekommt.

Was mir gefehlt hat war eventuell noch ein Bezug zu anderer aktueller weiblicher Literatur. Ich weiß nicht, ob Shades of Grey so ein guter Abschluss ist, dafür gibt es jedoch genug weitere Beispiele, die ebenfalls hätten erwähnt werden können. Aber ich denke auch, dass viele interessante Punkte genannt wurden und das Thema eben einfach so viel hergibt, dass man kaum alles in einem Buch behandeln kann.

Die Schilderungen der Bücher/Buchfiguren und all dieser lesefreudigen Frauen (in denen so manch eine Leserin sich sicher selbst wiedererkennt) machen Lust, sich weiter mit dem Thema und vor allem mit Literatur an sich auseinanderzusetzen.

Fazit: Informatives Werk über Frauen und Literatur. Für lesefreudige Frauen auf jeden Fall empfehlenswert.

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