Scott Westerfeld: Peeps

  • Verlag: Kosmos (2008)
  • Übersetzung: Friederike Levin
  • 349 Seiten

Klappentext: „Ich sah, warum es in allen Legenden heißt, sie wären schön: Zart schimmert die Skelettstruktur unter der Haut durch, die bei ihnen immer makellos ist. Und dann haben Peeps so einen intensiven Blick. Wegen der Anpassung an die Dunkelheit sind ihre Pupillen riesig, die Haut außenherum ist zurückgezogen, so dass mehr von den Augäpfeln freiliegt. Wie botoxbehandelte Filmstars haben sie immer einen erstaunten Blick und blinzeln so gut wie nie. Einen kurzen und entsetzlichen Moment lang glaubte ich, ich wäre wieder in sie verliebt. Aber das war bloß der unersättliche Parasit in mir.“

Peeps ist eines dieser Bücher, die ich damals während des großen Vampirhypes gelesen habe. Vampirismus wird hier biologisch erklärt, Auslöser ist ein Parasit, der die Menschen zu irrationalen, nachtaktiven Kannibalen macht. Cal, ein Träger des Parasiten, der jedoch nur die positiven Auswirkungen zu spüren bekommt, macht sich auf die Suche nach unwissentlich beim Geschlechtsverkehr infizierten Damen. Außerdem ist da noch seine Stammmutter, die ihn infiziert hat und die nicht mehr aufzufinden ist.

Die Idee, Vampirismus biologisch zu erklären verleiht dem Buch eine ganz besondere Würze, da dieser Zustand dadurch sehr viel greifbarer gemacht wird. In jedem zweiten Kapitel erklärt Cal dem Leser außerdem wissenswerte Fakten über verschiedene Parasiten, die es wirklich gibt. Dies ist so eingebettet, dass es den Leser nicht aus der Geschichte wirft, sondern den Wissensdurst anstachelt, vor allem, da alles so einfach erklärt ist, dass selbst Biologienieten es verstehen können. Die Geschichte entwickelt einen guten Spannungsbogen. Zwischenzeitlich wird es auch ein wenig gruselig, sodass die mystische Note trotz des Biologieexkurses nicht verloren geht. Durch den Ansatz, den der Autor hier wählt, werden einige Klischees gekonnt umschifft. Auch finde ich die Art von Cal erfrischend normal, was Klischee und übermäßigen Kitsch von Anfang an effektiv verhindert, obwohl es auch eine Liebesgeschichte gibt.

Problematisch finde ich allerdings die Sprache, oder besser gesagt: die Übersetzung. Klar, dass Buch ist recht einfach und locker geschrieben, das ist auch völlig in Ordnung. Aber an einigen Stellen bin ich über Sätze gestolpert, was vermutlich an der Übersetzung aus dem Englischen liegt. Zumal auch einige Wörter nicht übersetzt wurden: bei Eigennamen wie „Night Watch“ kann ich das noch nachvollziehen, aber „Bucks“ (Dollar) und „Shrink“ (Psychologe)? Das hat mich beim lesen doch ein wenig gestört, wobei das Buch trotzdem noch lesbar war. Der deutsche Untertitel „So süß, dass ich ihn fressen musste“ ist meiner Meinung nach ebenfalls unnötig und wirkt eher abschreckend, als einladend.

Von allen Vampirbüchern, die ich damals (mit 12/13) gelesen habe, ist dieses definitiv eines der besseren. So hatte ich, trotz meiner Kritikpunkte, auch zehn Jahre später noch Spaß an der Lektüre.

Fazit: Interessante Art, den Vampirmythos zu behandeln, spannende Geschichte aber sprachlich nicht immer ganz perfekt

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