Daniel Reinhard: Der Münchner Parkhausmord

  • Verlag: Books on Demand (2018)
  • 260 Seiten
Klappentext: „Im Jahre 2006 wurde die schwerreiche Millionärin Charlotte Böhringer in ihrer Penthousewohnung über ihrem Parkhaus in München erschlagen. Ihr Lieblingsneffe wurde nach einem spektakulären Indizienprozess wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Selten hat ein Urteil so viel Unfrieden ausgelöst wie dieses. Bei der Urteilsverkündung kam es zu regelrechten Tumulten im Gerichtssaal: Freunde und Angehörige protestierten lautstark gegen das Urteil. Bis heute ist ein Unterstützerkreis aus Freunden und Verwandten des Täters von dessen Unschuld überzeugt. Doch eine Seite muss sich irren. Um herauszufinden, wie es zu diesen konträren Standpunkten kommen konnte, hat sich der Autor noch einmal auf intensive Spurensuche begeben und er kommt zum Schluss: Auf beiden Seiten werden Sachen, die nicht richtig passen, passend gemacht. Nach der Lektüre des Buches sollten sich die Leser und Leserinnen ein fundiertes Urteil über den Fall bilden können.“

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, wusste ich kaum etwas über den „Münchner Parkhausmord“, daher war ich sehr froh, dass in diesem Buch der gesamte Fall beleuchtet wurde und kein Vorwissen notwendig war. Das Buch ist sinnvoll gegliedert, sodass man als Leser Schritt für Schritt den Fall nachvollziehen konnte, um sich am Ende selbst ein Urteil zu bilden. Gerade den Indizien wurde sehr viel Platz eingeräumt, alles wurde ganz genau untersucht und auch kritisch beleuchtet. Zwar gibt der Autor an mehreren Stellen auch seine eigene Meinung kund, jedoch ist dies immer gekennzeichnet, sodass dennoch genügend Raum für ein eigenes Urteil bleibt.

Das Buch ist aus meiner Sicht nicht primär dafür geschrieben, dem Leser spannende Unterhaltung zu bieten, sondern um als Sachbuch einen interessanten und umstrittenen Mordfall und den anschließenden Prozess gegen Bence Toth anschaulich und nachvollziehbar aufzubereiten. Gerade weil es um einen realen Fall geht, hat mir das gefallen, da ich so das Gefühl bekommen habe, dass der Autor sich mit dem Fall auseinandergesetzt hat und keine Indizien oder wichtige Details zugunsten von Spannung vernachlässigt hat, auch wenn es dadurch an einigen Stellen etwas zäher zu lesen war. Alles in allem wirkt das Buch auf mich wie ein gut recherchiertes Sachbuch, in dem nachvollziehbare Argumente angeführt werden und das genügend Raum für eigene Überlegungen gibt. Natürlich kann es hier keine Auflösung geben, nur Argumente, und von den Argumenten von Daniel Reinhard bin ich definitiv überzeugt worden.

Fazit: Für Leute, die sich für den Fall interessieren definitiv das Richtige. Kein Buch für zwischendurch, dafür wird aber sehr viel Fachwissen geboten.

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